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Allgemein:
Das Geschäft mit der Abmahnung wickelt sich im Stillen ab.
Selbst Massenabmahnungen mit Auflagen von mehreren tausend Stück landen gut verteilt bei Personen, die nicht voneinander wissen. Wie sollte dann erst die Öffentlichkeit davon erfahren?
Dabei hätte sie es dringend nötig. Denn bei wem heute noch das Wort „Abmahnung“ nur ein Achselzucken hervorruft, der könnte morgen schon betroffen sein.
Das Problem „Abmahnparadies Deutschland“ hätte also eine weitaus höhere öffentliche Beachtung verdient.
Wir arbeiten daran.
Selbst Presseorgane befassen sich nur zögerlich mit dem Thema. Der Sensations-Charakter ist kaum gegeben, und für Redakteure ist es schwierig, in der Sache zu recherchieren.
Wird hier und da doch einmal ein Fall zu Tage gefördert, sieht dennoch alles zu sehr nach Einzelfall aus. Das Skandalöse daran, das Kriminelle sogar manchmal, wird nur schwer erkannt. Deshalb funktioniert es ja auch so gut.
Wer kümmert sich groß darum, dass ein paar Leute um ein paar hundert Euro erleichtert wurden? Noch dazu „selber schuld“, sei es wegen tatsächlich begangener Rechtsverletzungen, sei es wegen der Unfähigkeit, unrechtmäßige von rechtmäßiger Abmahnung zu unterscheiden.
Wie andere ihr Geld loswerden, davon gibt es schließlich Geschichten zuhauf. Affären um Schrottimmobilien, Pyramiden-Glücksspiele, geprellte Aktionäre und und und.
Jede Abmahnwelle wird von der Empörung einzelner Opfer begleitet, Empörung darüber, dass „keiner etwas gegen diese Abzocke tut“ (so häufig wortgleich), dass das keiner an die große Glocke hängt, dass die Politik nichts unternimmt...
Eine solche Reaktion ist zwar geradezu natürlich, aber leicht wird dabei verkannt, dass es sich jedesmal nur um eine Facette der Thematik handelt , von denen selten eine allein dazu geeignet ist, „die Öffentlichkeit wachzurütteln“. Selbst der wütende Betroffene persönlich hätte sich möglicherweise tags davor noch nicht sonderlich für dieses Gebiet interessiert.
Bewusstseinsbildung in der Öffentlichkeit, Sensibilisierung der Politik läuft also nur über die Erkennung der gesamten Dimensionen des Problems mit der Abmahnung in Deutschland. Womit wir auch wieder bei der Forschung sind.
Immer wieder mal berichten wir der Presse über besonders üble Machenschaften bestimmter Abmahner und weisen auf neue „Geschäftsmodelle“ hin. Häufig tun dies auch kleinere Gruppen von Abgemahnten selbst, mit mäßigem Erfolg.
Nicht weniger wichtig freilich ist die empirische Auswertung, um dem „typisch deutschen Problem“ von Grund auf beizukommen und nicht nur Behauptungen oder Entrüstung vorzubringen, sondern wissenschaftlich untermauerte Fakten.
Wichtig für uns ist dabei die Mithilfe der Abgemahnten.
Nur wenn uns möglichst viele davon ihren Fall mitteilen, können wir den „Markt“ effektiv beobachten und verlässliche Hochrechnungen anstellen.
Wir verstehen uns als seriöse, ernstzunehmende Sammelstelle und legen Wert darauf, auch weiterhin als solche wahrgenommen zu werden.
Wenn Sie uns also Ihre Abmahnung melden, bedenken Sie bitte, dass es eine von sehr vielen ist. Dieser Umstand hat zwei Seiten: zum einen wird mit Ihrer Abmahnung erneut ein Stückchen klarer, wie umfassend der Abmahnwahn in Deutschland tatsächlich ist, zum anderen können wir Ihnen wahrscheinlich nicht dazu verhelfen, dass gerade Ihr Fall publik wird.
Insgesamt aber tragen Sie, ebenso wie alle, die unsere Pressemeldungen aufgreifen, dazu bei, den Teppich zu lüften und die wahren Konturen und Strukturen der Auswirkungen des deutschen Abmahnwesens ans Licht zu bringen, sichtbar für alle – nicht zuletzt auch für Richter und Politiker.